Hydro beendet Magnesium-Engagement - Schließung in Kanada nächster Schritt
(Oct. 31, 2006) Hydro verlässt die Magnesiumindustrie. Die Stilllegung des eigenen Magnesiumwerks in Kanada ist hierzu der nächste Schritt. Vor allem wegen des erheblichen Metallexports zu Niedrigpreisen aus China wäre es unrentabel, die Produktion im Werk Bécancour fortzuführen.
Folglich hat der Verwaltungsrat von Hydro entschieden, das Werk in Bécancour, Québec, mit 380 Beschäftigten in der ersten Jahreshälfte 2007 zu schließen. Der Zeitplan hängt mit der Abwicklung eines zehn Jahre laufenden Liefervertrags mit General Motors zusammen. Hydro ist es nicht gelungen, einen möglichen Käufer zu finden, der die Finanzkraft hätte, dem Werk samt seinen Mitarbeitern eine hinreichend sichere Zukunft zu geben.
„Unsere Mitarbeiter in Bécancour haben Außerordentliches geleistet, den Betrieb aufrecht zu erhalten, obwohl sich die Marktbedingungen für sie immer weiter verschlechterten. Es ist traurig, dass wir trotzdem keine Grundlage mehr für die Magnesiumerzeugung in Kanada haben”, sagt Vorstand Svein Richard Brandtzæg, der das Geschäftsfeld Aluminium Products leitet. „Wir werden nun unseren Kollegen helfen, neue Arbeit zu finden, sei es bei Hydro oder außerhalb des Unternehmens.”
Der umfangreiche Export von Metall zu Niedrigpreisen aus China ist wesentlicher Grund gegen einen Weiterbetrieb des größten und umweltfreundlichsten Magnesiumwerks der Welt. Hydro eröffnete die Fabrik 1989 als Teil seiner Bestrebungen, die US-Automobilindustrie zu beliefern.
Hydro wird das Werk in der ersten Jahreshälfte 2007 stilllegen. Der Konzern rechnet damit, die Höhe der mit der Schließung verbundenen Kosten, samt Abfindungen für Beschäftigte, im vierten Quartal 2006 zu klären. Zum 30. September betrug der Buchwert für das Werk 73 Millionen norwegische Kronen (NOK).
55 Jahre lang hat Hydro das Leichtmetall Magnesium hergestellt, Hauptkunde war die Automobilbranche. Der Konzern legte 2002 seine Magnesiumerzeugung in Porsgrunn, Norwegen, still und hat in diesem Jahr auch den Betrieb seines Magnesium-Umschmelzwerks am selben Ort eingestellt.
Infolge der Entscheidung des Hydro-Verwaltungsrates, die Magnesiumindustrie zu verlassen, wird das Unternehmen nun daran arbeiten, seine Magnesiumgießereien im deutschen Bottrop und in Xi’an, China, zu veräußern. Beide Betriebe arbeiten profitabel.
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