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Mercator One Gebäude Duisburg, Germany

„Ich hoffe, dass die Branche das unausgeschöpfte Potenzial von recyceltem Aluminium entdeckt“

Deutschlands erstes Gebäude mit einer Fassade aus recyceltem End-of-Life Aluminium (Altschrott) ist derzeit in der Entstehung. Mercator One, entworfen vom Hamburger Büro Hadi Teherani Architects, ist ein herausragendes Beispiel für Nachhaltigkeit.

Leitende Architekt Bernd Muley
DIE UMWELT IM FOKUS: Der leitende Architekt Bernd Muley ist seit 20 Jahren bei Hadi Teherani Architects tätig. Der Umweltaspekt steht für ihn immer im Fokus.

„Mit Mercator One zeigen wir, dass es möglich ist, ein Bürogebäude mit einer Fassade aus recyceltem Aluminium zu gestalten. In Deutschland ist das Gebäude bisher einmalig. Ich hoffe, dass das Projekt Vorbildcharakter haben kann und andere Architekten dazu inspiriert, dieses nachhaltige Material einzusetzen“, erklärt Bernd Muley, leitender Architekt bei Hadi Teherani Architects.

Als Fassadenmaterial wurde Hydro CIRCAL 75R gewählt, das aus mindestens 75 % recyceltem Altaluminium besteht. Das Aluminium stammt beispielsweise aus Abrissprojekten, aus Lebensmittel- und Getränkeverpackungen oder sogar von Autos. Material, das schon einmal gebraucht und in den Produktionskreislauf zurückgeführt wurde.

Bernd Muleys Arbeit zeichnet sich durch einen ganzheitlichen urbanen Ansatz und erstklassiges Design aus. Die Projekte entsprechen Standards der Nachhaltigkeitsbewertung wie „Umweltfreundliches Gebäude“ und sind mit DGNB, LEED und BREAAM als umweltfreundliche Gebäude zertifiziert.

Langlebigkeit ist einer der Aspekte, von dem die Entwürfe des Büros ausgehen. Die Architekten sind vor allem für ihre markanten Gebäude bekannt, zu denen Bürokomplexe wie The Dancing Towers, The Dockland Building und der Berliner Bogen in Hamburg, die Zayed-Universität, das Hotel und Wohngebäude The Oyster in Abu Dhabi, die Twin Towers in Dubai und der luxuriöse Wohnturm Lodha Altamount in Indien zählen.

Cradle to Cradle

„Der Umweltaspekt war mir immer ein großes Anliegen“, erklärt Muley, der seit 20 Jahren bei Hadi Teherani Architects tätig ist.

„Bei meiner Arbeit beziehe ich immer das Cradle to Cradle (C2C)-Prinzip ein. Wenn ich beispielsweise Materialien für ein Gebäude auswähle, berücksichtige ich – neben den architektonischen Aspekten – auch, woher das Material stammt, wie effizient seine Herstellung ist und was aus dem Material am Ende der Lebensdauer des jeweiligen Gebäudes wird. Recyceltes Aluminium ist in dieser Hinsicht unschlagbar. Es ist derzeit eine der besten Lösungen für die Gestaltung einer Fassade. Denn das Material ist weitgehend recycelbar und lässt sich immer wieder verwenden.“, erklärt Muley.

Das Cradle to Cradle-Prinzip lässt sich als nachhaltiger Design- und Produktionsprozess verstehen, bei dem nichts verloren geht. Am Ende seiner Lebensdauer kann ein Produkt entweder recycelt oder vollkommen sicher, ungiftig und biologisch abbaubar in die Natur zurückgeführt werden. Die C2C-Methodik basiert auf dem Konzept „Abfall = Wertstoff“, das heißt, dass die Materialien in einem neuen Produktkreislauf wiederverwendet werden können.

„Bei Hadi Teherani Architects versuchen wir immer, diese Ideen in unsere Gebäude zu integrieren. Wenn immer mehr in der Branche diese Vorgehensweise übernehmen, werden Gebäude letztlich ihre Nachhaltigkeitsbilanz verbessern. Die Herstellung von Aluminium ist sehr energieintensiv. Wenn das Material aber mehrfach recycelt wird, kann es eine sehr lange Lebensdauer haben.“, erklärt Muley.  

„Ich versuche auch, Materialien zu finden, die in Reinform eingesetzt werden können. Auf diese Weise wissen wir, woraus sie bestehen. Materialien wie Holz, Stein, Beton, Stahl, Glas und Aluminium sind großartig. Wenn man diese reinen Werkstoffe im Rahmen einer Gesamtkonzeption kombiniert, lässt sich ein kompromissloserer Look erzielen. Der Verzicht auf Verbundwerkstoffe macht es auch leichter, Materialien am Ende der Lebensdauer eines Gebäudes zu trennen“, so Muley.

„Recyceltes Aluminium weist dieselbe Festigkeit wie neues auf, ist wartungsfreundlich und äußerst nachhaltig. Dabei erfordert es nur 5 % der Energie, die für die Produktion von neuem Aluminium eingesetzt wird.“

Während des Baus bei Mercator One in Duisburg mit Hadi Teherani.jpg
VOR ORT: Während des Baus bei Mercator One in Duisburg mit Hadi Teherani.

Neue Lösungen entdecken

Die Entscheidung für den Einsatz von recyceltem Aluminium fiel, nachdem Muley im Januar 2019 auf der BAU in München, der Weltleitmesse für Architektur und Bauwesen, zufällig Peter Hemmert und Thomas Staiger von Hydro begegnet war. Sie kamen ins Gespräch und tauschten Ideen über Gebäude und Fassaden aus. Muley war dabei, die Baupläne für Mercator One zu entwickeln, und Hemmert erläuterte die Qualitäten des neuen Materials Hydro CIRCAL 75R.

„Deshalb ist es wichtig, andere aus der Branche zu treffen – wir entdecken neue Lösungen. Dieses Material ist nachhaltig und pflegeleicht“, so Muley.

Für seine Entscheidung waren mehrere Aspekte ausschlaggebend: Hat das recycelte Material dieselbe Qualität wie neu produziertes? Kann das Material rechtzeitig geliefert werden? Hat es einen wettbewerbsfähigen Preis? Wäre der Fassadenbauer einverstanden? Und würde er seinen Kunden überzeugen können?

„Nachdem alle diese Kriterien erfüllt und der Kunde und die Bauherren überzeugt waren, war ich bereit, mich auf dieses Neuland zu begeben. Inzwischen ist das Gebäude fast fertig, und es sieht genauso aus, als hätten wir nagelneues Aluminium verwendet. Der Prozess und die Unterstützung durch Hydro waren großartig. Es gibt ein unausgeschöpftes Potenzial für den Einsatz von recyceltem Aluminium, insbesondere bei Bürogebäuden oder Hochhäusern.“

Gebäude mit Aluminium systems.jpg
RICHTUNGSWEISEND: Aluminium ist stark, flexibel und leicht. Es ist auf unendliche Weisen formbar und wurde für diese Fassade gewählt. „Wir arbeiten an großen Projekten für wichtige Kunden, und unsere Projekte wecken großes Interesse. Deshalb liegt es in unserer Verantwortung, alles immer noch besser zu machen“, so Bernd Muley, leitender Architekt.

Große Verantwortung

„Unser Büro besteht seit fast 30 Jahren, und von Anfang an war es uns ein Anliegen, unsere Bauweisen zu verbessern und immer nach nachhaltigen und umweltfreundlichen Lösungen zu suchen. Wir arbeiten an großen Projekten für wichtige Kunden, und unsere Projekte wecken großes Interesse. Deshalb liegt es in unserer Verantwortung, alles immer noch besser zu machen“, erklärt Muley, der vom Deutschen Rat für Nachhaltiges Bauen (DGNB) als Prüfer zertifiziert ist. Die DGNB ist eines der größten Netzwerke für nachhaltiges Bauen in Europa. Sie verfolgt das Ziel, klimafreundliche Veränderungen auf dem Bau- und Immobilienmarkt zu fördern.

„Jeden Tag sollten wir uns fragen: Was können wir besser machen? In unserem Fall können wir unsere Bauweisen verbessern!“

Hydro glaubt fest an eine nachhaltige Zukunft. In dieser Artikelreihe sprechen wir mit Branchenführern und Fachleuten. Wir vertiefen uns in das Thema „Nachhaltiges Bauen“ und in die Frage, wie wir die Baubranche in der Zukunft durch technologische Innovation gestalten können.

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