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Rheinwerk benötigt Kooperation in Deutschland

Hydro versucht weiterhin, für das Rheinwerk das akute Problem hoher Stromkosten durch Kooperation mit der deutschen Politik und Strombranche zu lösen. Denn eigener Strom aus Norwegen kann nicht helfen: Selbst dort muss Hydro für die eigenen Betriebe deutlich Energie zukaufen.

"Wir erzeugen in unseren 17 Wasserkraftwerken in Norwegen rund 9 Terawattstunden Strom, benötigen für unsere Aluminiumbetriebe dort aber deutlich mehr und müssen schon dort viel Strom zukaufen", sagt Irmtraud Pawlik, Sprecherin der Geschäftsführung Hydro Aluminium Deutschland.

Das bedeutet: Eine vernünftige Lösung für das Rheinwerk kann nur kommen, indem Politik und Strombranche in Deutschland Kooperation zeigen und in der akuten Krise helfen.

"In Italien, Frankreich und Spanien gibt es für Industrien, die viel Strom nutzen, schon lange viel günstigere Spezialtarife, weil dort die sinnvolle Wirtschaftsleistung etwa der Aluminiumhütten viel mehr anerkannt wird als bei uns bisher", sagt der Leiter des Rheinwerks, Bernhard Eich.

Das Rheinwerk hat auch einiges zu bieten. Zum Beispiel:

  • als großer Stromkunde. Um eine ähnlich große Strommenge wie die der Neusser Hütte - rund 3,4 Terawattstunden - an Privathaushalte und kleine Unternehmen abzusetzen, muss der jeweilige Stromversorger viel mehr Aufwand treiben: Hunderttausende Rechnungen, Stromzähler, Service, Marketing, Wartungen und Kontrollen.
  • als Großkunde mit sicherer, gleichmäßiger Abnahme. Während die meisten Stromkunden ´mal an, ´mal aus schalten, nimmt die Aluminiumhütte 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr, den immer gleichen Grundlaststrom ab und kann jegliche Veränderungen lange vorher mit ihrem Versorger planen. So hat der Versorger ein deutlich einfacheres Geschäft.
  • als Nothelfer für das Stromnetz. Die Aluminiumhütte kann zeitweise, sogar einige Stunden lang, vom Netz gehen, wenn das deutsche Stromnetz Not hat. Binnen Sekunden kann Hydro seine Öfen vom Netz nehmen. So lässt sich ausgleichen, wenn zu wenig unregelmäßiger Strom zum Beispiel aus Wind- oder Sonnenkraft eingespeist wird oder ganz Deutschland plötzlich viel Strom verbraucht. Auch in schlimmeren Fällen: Als im November 2006 die Flussdurchfahrt eines großen Kreuzfahrtschiffes im Emsland für Ausfälle sorgte, halfen Aluminiumerzeuger sekundenschnell, einen Zusammenbruch des Stromnetzes zu abzuwenden.

So erzeugt das Rheinwerk von Hydro den Energiespar-Werkstoff Aluminium, bietet sich als kooperativer Großkunde an und steht als Nothelfer für das deutsche Stromnetz bereit.