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Hydro will europaweit führend im Recycling werden

Hydro will im Recycling von Aluminium europaweit führend werden. Das sagte der Vorstandsvorsitzende und CEO des in Europa größten Aluminiumunternehmens, Svein Richard Brandtzæg zur Vorstellung der neuen Recyclingstrategie der Hydro auf der Aluminium 2010, der Leitmesse und Konferenz der Aluminiumindustrie in Essen.

Hydro ist in Europa der führende Lieferant von Gießereiprodukten und Halbzeugen, die zurzeit noch hauptsächlich aus neu erzeugtem Primäraluminium und reinen Prozessschrotten entstehen. Jetzt will Hydro eine ähnliche Position in der Wiederverwertung aufbauen.

„Die Zeit ist reif für Hydro, dass wir unsere Aktivitäten im Aluminiumrecycling intensivieren“, sagte Brandtzæg, der auch Vorsitzender des weltweiten Branchen-Dachverbandes International Aluminium Institute ist. „Das erwarten nicht nur unsere Kunden, wir begreifen es auch als eine große Geschäftschance für unser Unternehmen. Wir haben das Know-how und in Europa das dichteste Netzwerk an Gießereien und die größte Kundenbasis aller Aluminiumunternehmen.“

Hydro betreibt einen einmaligen Verbund von mehr als 20 Gießereien auf allen Erdteilen. Dieses globale Kompetenznetz erlaubt engen Erfahrungsaustausch für beste Prozesse und Technologie. Hydro engagiert sich auch umfangreich in der Forschung und Entwicklung auf allen Schritten der  Wertschöpfungskette vom Rohstoffen bis zum Endprodukt, mit starkem Akzent auf das Gießen und Legieren von Aluminium. Die Hydro-Einheit Hycast ist weltweit führend in der Gusstechnologie. Hydro kauft außerdem große Mengen an Aluminiumschrotten und führt sie den eigenen Gießereien zu. Insgesamt ergibt dies für Hydro eine starke Grundlage für den Ausbau der Recyclingaktivitäten.

2010 recycelt Hydro 280.000 Tonnen

Von Schrotten, die aus zu Ende genutzten Aluminiumprodukten stammen und unrein sind, also Anhaftungen von beispielsweise Lacken aufweisen, wird Hydro in diesem Jahr rund 280.000 Tonnen einschmelzen – dies ist eine Zunahme von 40 Prozent gegenüber 2009. Zusätzlich schmilzt Hydro rund 800.000 Tonnen reiner Prozessschrotte ein. Die neue Strategie setzt auf ein starkes Volumenwachstum im Recycling verunreinigter Produktschrotte durch verbesserte Auslastung, Technik und Prozesse der bestehenden Gießereien der Hydro wie auch mit dem Bau neuer Recyclinganlagen.

Zuerst hat Hydro den Rücklauf aller eigenen Schrotte und Abfälle, die Aluminium enthalten, untersucht, um hieraus noch mehr Aluminium zurück in den Wertstoffkreislauf zu bringen. Ein Ergebnis davon ist der Bau eines neuen Recyclingwerks in Karmøy, Norwegen, das im Jahr 2012 den Betrieb aufnehmen soll. In Volllast bearbeitet die Anlage 70.000 Tonnen an Aluminiumschlacke, -krätze und -schrotten.

Dies schließt sich an wesentliche Investitionen der vergangenen vier Jahre an, als Hydro in Deutschland neue Großöfen in Hamburg, Neuss und im Gemeinschaftsunternehmen Alunorf baute. Diese steigern die Recyclingkapazität von Hydro im Land um 150.000 Tonnen. Andere bestehende Hydro-Einheiten in den Kernmärkten der Aluminiumnutzung werden durch kleinere Projekte schon im Lauf des kommenden Jahres 2011 die Recyclingkapazität der Hydro um weitere 100.000 Tonnen pro Jahr vergrößern.

Rohstoffquelle und geschäftliches Wachstum

Aluminium, das in Europa recycelt wird, bedeutet sowohl eine wichtige Rohstoffquelle als auch Wachstum für Hydro. Europa wird deutlich mehr Schrotte aus Produkten am Ende ihrer Nutzung bekommen. Gleichzeitig gibt es eine wachsende Nachfrage nach Produkten, die wiederverwertetes Metall enthalten. Hydro wird mit den Marktbeteiligten im Wertstoffkreislauf daran arbeiten, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Recyclingindustrie zu stärken, damit in Europa anfallender Schrott auch in Europa recycelt wird. Zugleich wird Hydro seine Kompetenz in Technik und Geschäft nutzen, um den Marktanteil zu erhöhen – so wie es Hydro im vergangenen Jahrzehnt bei Gießereiprodukten gelungen ist.

Hydro betreibt technologisch führende Aluminiumhütten in Deutschland, Norwegen und der Slowakei und will diese auch im Rahmen europäischer und globaler Klima-Regime entwickeln, aber zugleich will Hydro die Chancen nutzen, die in einem der weltweit größten Märkte für Aluminiumschrott entstehen. Ein Recyclinggeschäft zu entwickeln, erfordert nicht die gleiche Art von Investitionen je produzierter Tonne Aluminium wie für Primäraluminium. Es ist auch eine Gelegenheit, das Geschäft unserer Firma nah an unseren Kunden auf umweltfreundlichem Weg zu expandieren.

Hydro steigert sein Recycling im Bestreben des Unternehmens, strategische Rohstoffe in Europa zu entwickeln, und stärkt damit die Möglichkeiten der verarbeitenden Industrien Europas, Anwendungen und Produkte mit Recyclingmaterial herzustellen. In einem zweiten Schritt wird Hydro auch darauf aus sein, die Recyclingaktivitäten in Nordamerika und Asien auszuweiten.