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Zweiter Deutscher im Konzernvorstand

Im Zuge der Übernahme des Aluminiumgeschäfts von Vale nimmt Hydro organisatorische Änderungen vor. Dabei wird Hans-Joachim Kock Mitglied des Konzernvorstands und Leiter des Geschäftsfeldes Extruded Products. Er ist der zweite Deutsche im Vorstand des Hydro-Konzerns.

Organisatorisch gliedert Hydro die bestehende Einheit Bauxit & Alumina aus dem Geschäftsfeld Primary Metal aus und baut sie zum neuen Geschäftsfeld Bauxite & Alumina auf.

Vorstandsmitglied Johnny Undeli, der gegenwärtig das Geschäftsfeld Extruded Products leitet,  wird für das Geschäftsfeld Bauxite & Alumina verantwortlich, zu dem die großen Bauxitminen und die Aluminiumraffinerie Alunorte in Brasilien gehören werden, sowie die umfangreiche kommerzielle Tätigkeit von Hydro.  Das neue Geschäftsfeld hat etwa 2.500 Mitarbeiter, die meisten in Brasilien.

Kock rückt in den Vorstand auf

Hans-Joachim Kock wird neuer Leiter des Geschäftsfeldes Extruded Products. Er kennt dieses Geschäft gut, da er seit 2007 Finanzleiter zunächst für Aluminium Products (wie es damals hieß) und später für Extruded Products war.

„Für jemanden, der wie ich aus der Walzsparte kommt, war die Presswerktätigkeit und deren besondere Struktur zunächst ein bisschen fremd. Aber ich habe sie als ausgesprochen gut geführt und effektiv kennengelernt, und nicht zuletzt hat mir imponiert, wie sich die verschiedenen Sektoren und Geschäftseinheiten der Finanzkrise entgegenstemmten, als sie 2008 zuschlug. Das ist ein Geschäft und eine Kultur, die ich gerne weiter mit entwickle”, sagt Kock.

Das Geschäftsfeld Primary Metal, das von dem Vorstandsmitglied Hilde Merete Aasheim geleitet wird, übernimmt die Verantwortung für den 51-prozentigen Anteil an der brasilianischen Aluminiumhütte Albras und ihre 1.200 Mitarbeiter.

Jetzt beginnt die Planung des umfangreichen Integrationsprozesses, der vom Vorstandsmitglied Arvid Moss geleitet wird. Dieser Prozess wird bis zur endgültigen Übernahme der Aktivitäten in Brasilien – vermutlich im vierten Quartal dieses Jahres – laufen.   Die Arbeit mit der Errichtung der Organisationsstruktur für das neue Geschäftsfeld und die Anpassungen im Geschäftsfeld Primary Metal werden demnächst beginnen. Der Zeitplan für diesen Prozess wird später im Mai vorgelegt.

Der Lenkungsausschuss für die Integrationsarbeit wird von Konzernchef Svein Richard Brandtzæg geleitet, weitere Mitglieder sind Hilde Merete Aasheim, Wenche Agerup, Jørgen Rostrup und Johnny Undeli. Die tatsächliche Integration wird erst erfolgen können, wenn die Transaktion genehmigt und durchgeführt ist.

Zurück zu seinen Wurzeln

Augenscheinlich macht Johnny Undeli einen Sprung von einem Extrem zum anderen – von Extruded Products, dem Geschäfsfeld, das dem Endverbraucher am nächsten steht, hin zu Bauxite & Alumina am anderen Ende der Skala.

Bei näherer Betrachtung zeigt sich: So weit ist der Sprung nicht. Undeli ist nämlich als Bergbauingenieur ausgebildet, er studierte an der Technischen Hochschule in Trondheim, der heutigen Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens, und arbeitete einige Jahre für das französischen Erdölunternehmen Total, bevor er 1983 in der Erdöl- und Erdgassparte von Hydro anfing. Seit 1989 hat er zentrale Führungspositionen in der Aluminiumsparte von Hydro bekleidet, seit 2009 ist er Mitglied des Konzernvorstands, das bleibt er auch in seiner neuen Position.


„Ich freue mich darauf, zu meinen Leisten zurückzukehren. Für diese neue Aufgabe bin ich eigentlich ausgebildet. Nicht zuletzt kann ich es kaum erwarten, mit den spannenden Aufgaben in einem der sogenannten BRIC-Länder –Brasilien, Russland, Indien und China – zu arbeiten: Diese Länder haben die höchsten Zuwachsraten der Wirtschaftsleistung. Ich war mehrere Jahre lang verantwortlich für unsere Presswerkaktivitäten in Südamerika, unter anderem für Acro in Brasilien. Daher weiß ich, welche Ressourcen und Möglichkeiten unsere brasilianischen Mitarbeiter haben. Acro ist eines unserer besten Presswerke, und die Tätigkeit, die wir von Vale übernehmen, gilt in der Branche als eine der am besten.  Daher ist unser Ausgangspunkt sehr gut. Vale hat zudem eine Wertegrundlage und eine Unternehmenskultur, die unserer in vielem ähnelt“, sagt Johnny Undeli.

3.600 Vale-Mitarbeiter bringen vieles ein

Undeli blickt auf eine mehr als 30-jährige Erfahrung als internationale Führungskraft zurück – 16 Jahre davon außerhalb von Norwegen. Er freut sich darauf, in einer spannenden Region mit vielen Möglichkeiten zu arbeiten.

„Was können Sie und Hydro Ihrer Meinung nach einbringen in das Geschäft, das wir von Vale übernehmen?

„Mich interessiert mehr, was wir von den 3.600 Mitarbeitern von Vale lernen können. Dies ist ein Geschäft, das sie besser als irgendjemand sonst beherrschen. Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass Hydro über Kompetenz im Prozess- und Projektmanagement verfügt, die dazu beitragen können, die Tätigkeiten, die wir übernehmen, zu stärken. Ich interessiere mich seit vielen Jahren für den Zusammenhang zwischen Sicherheit, guten Betrieb und ständigen Verbesserungen, und ich habe aus nächster Nähe gesehen, wie effektiv eine gute Sicherheitskultur als Plattform für eine erfolgreiche Integration sein kann. Das ist eine Erfahrung, die ich ohne Bedenken mit nach Brasilien nehme. Meine Zielsetzung ist, dass wir die Bauxitgewinnung auf mehr als 10 Millionen Tonnen jährlich und die Aluminiumoxidproduktion auf sechs Millionen Tonnen im Jahr steigern werden.“

Johnny Undeli fügt hinzu, dass Hydro nach der Übernahme einen globalen Marktanteil von fünf Prozent bei Bauxit und Aluminiumoxid haben wird und somit zu den fünf größten Bergbauunternehmen weltweit zählt. Die anderen sind Rio Tinto, BHP Billiton, Alcoa und Rusal.