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Aluminium macht Car-sharing in Paris mobil

Behindern schwere Batterien den Aufbruch in die Elektro-Mobilität? In Paris können Sie schon mit elektrischen „Bluecars“ umherfahren. Hydro hat geholfen.

Das Pininfarina Bluecar wurde vom renommierten Automobil-Designer Pininfarina und der französischen Industriegruppe Bolloré entwickelt, der Prototyp erschien 2008 auf dem Pariser Automobilsalon. Im Jahr 2011 entstand die erste Serie mit rund 3.000 Fahrzeugen.

Alle Seitenwandmodule sind aus Aluminiumblech, gefertigt von Hydro auf der Automobillinie 2 im Walzwerk Grevenbroich. Für ein optimales Recycling nach der Ausmusterung wurde dazu beim Bluecar nur eine Legierung für alle Aluminiumteile verwendet: AA 6016, T4.


„Es ist toll, dass wir bei Bluecar und Autolib dabei sind“, sagt Stéphane Texier, der in Paris als Vertriebsmanager der Hydro für Automobilbleche arbeitet. Er sah schon öfter ein Bluecar unterwegs, wie der kompakte Viersitzer elektro-leise über die Boulevards rollt, ganz ohne Abgase… So gehören die Bluecars nun zum Erscheinungsbild der Seine-Metropole mit ihren Millionen Einwohnern und Abermillionen Besuchern.Dieses E-Mobil ist nicht zu kaufen. Die gesamte Bluecar-Flotte dient in Paris dem neuen Car-sharing-System Autolib, das im Dezember 2011 seinen Dienst aufgenommen hat. Es folgt dem Konzept von Vélolib: Dieses Pariser Fahrradmietsystem hat 20.000 Fahrräder an mehr als 1.200 Stationen in der französischen Hauptstadt, ob für kurze Touren oder längere Nutzung.


300 km ohne Aufladen„Vor allem freuen wir uns, das Material für wesentliche Karosseriebauteile als alleiniger Partner zuzuliefern“, sagt Texier. „Weil die Außenhaut nicht farbig überlackiert wird, bleibt unser Beitrag sogar sichtbar, und das Bluecar glänzt im coolen Aluminiumlook“ – wie bei den sagenhaften Mercedes-„Silberpfeilen“, die in den 1930er und 1950er Jahren mit „nackten“ Aluminiumoberflächen Aufsehen erregten und zahlreiche Motorsportrennen gewannen. Bleiben die Fahrzeugteile frei von Farblacken, sind sie auch leichter zu ersetzen: Ist ein Bauteil nach kleineren Unfällen oder durch Graffiti beschädigt, kann zum Beispiel die Motorhaube binnen weniger Minuten an jeder Autolib-Station ausgetauscht werden.

„Die Bluecar-Serie ist ein guter nächster Schritt in unseren Bestrebungen, der Automobil-Industrie beim Entwickeln effizienter Elektro-Automobile zu helfen. Sie veranschaulicht die wachsende Bedeutung von Aluminiumlösungen für die Mobilität von morgen, auch wenn sich Antriebsquellen und Nutzungskonzepte ändern“, sagt Pascal Wagner, Leiter der Geschäftseinheit Litho, Automotive & Heat Exchanger in der Walzsparte der Hydro.

Auch der Kunde Bolloré ist zufrieden und hat bei Hydro bereits alle zusätzlichen 200 Tonnen Aluminiumblech bestellt, die er zum Bau weiterer Bluecars in diesem Jahr benötigt.

Diese zweite Bluecar-Generation wird optimiert und soll mehr als 50 Kilogramm gegenüber der 130 kg schweren Stahl-Unterstruktur sparen. Texier: „So rechnen wir für 2013 mit einem blanken Karosseriegewicht von nur 200 kg. Damit dehnt das Fahrzeug seine Reichweite ohne weiteres Aufladen von bisher 250 Kilometer auf 300 km aus. Das wäre einmalig in Europa.“ Obendrauf soll selbst die Aluminiumoberfläche weiter verbessert werden und sich dann noch schöner anfassen lassen. Hydro arbeitet auch anderweitig am Thema E-Mobilität. So entwickelt das Rolled Vision Team eine spezielle Aluminiumfolie für die nötigen Batterien. Hydro wirkt außerdem mit Volkswagen, Ford und zwölf anderen Institutionen im Projekt „LIGHT e-BODY“ daran mit, eine besonders leichte Karosserie für elektrische Fahrzeuge zu entwickeln

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