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Geniale Idee wird verwirklicht: Hydro wird Sponsor für das Sonnenspiegel-Projekt in Rjukan, Norwegen

Vor etwa hundert Jahren hatte der Gründer von Hydro Sam Eyde eine geniale Idee, er wollte das Sonnenlicht durch Spiegel oben in den Bergen ins enge und im Winter dunkle Tal lenken, wo der neue Industriestandort Rjukan entstand. Jetzt sind drei große Reflektoren installiert worden, die computergesteuert dem Verlauf der Sonne folgen. Solarzellen liefern den Strom für die high-tech Anlage, die Eydes Idee umsetzt und Rjukan während der dunklen Wintermonate mit Sonnenlicht versorgt.

Das Geschäftsfeld Energy von Hydro und die Gemeinde Tinn haben heute eine Vereinbarung unterzeichnet, die Hydro zum Hauptsponsor für das fünf Millionen Kronen teure Projekt macht. Ende Oktober soll die Anlage in Betrieb gehen und die Sonnenstrahlen zum Marktplatz im Zentrum von Rjukan umleiten, so dass die 3.500 Einwohner im Winterhalbjahr ein bisschen Licht erhalten.

„Sam Eyde wurde von seinen Zeitgenossen oft als Naturgewalt beschrieben; was immer er tat, hatte monumentale Dimensionen", sagte Hydros Konzernchef Svein Richard Brandtzæg. „Wir fühlen uns geehrt, zur Realisierung einer der vielen genialen Ideen von Eyde beitragen zu können, die zeigt wie visionär und zielgerichtet unser Gründer war.

Rjukan wird oft als die Wiege von Hydro bezeichnet, der Ort war Ausgangspunkt für das Industrieabenteuer von Eyde, das auf der Nutzung des Rjukan-Wasserfalls zur Stromerzeugung aufbaute.

„Dies ist ein historischer Moment, dass Hydro nun als Hauptsponsor in dieses Projekt einsteigt, hundert Jahre nachdem Sam Eyde die Idee das erste Mal aufgriff: Rjukan wurde mit neuer Technologie erbaut, und nun ist innovative Technologie die Voraussetzung für die Sonnenspiegel", sagte Steinar Bergsland, der Bürgermeister der Gemeinde Tinn, deren Verwaltungssitz Rjukan ist. „Wir sind sehr froh, dass Norsk Hydro noch immer zu Innovationen in Rjukan beiträgt", fügte er hinzu..

Wollte das Naturgesetz zugunsten der Arbeiter aushebeln

Die Idee mit dem Sonnenspiegel würde man heute als eine groß angelegte Initiative für Gesundheitsschutz beschreiben. Eyde hatte gerade aus dem kleinen Bauerndorf Rjukan einen für die damalige Zeit ultramodernen Industrieort gemacht, in dem mehr als 10.000 Menschen Arbeit fanden. Die von Architekten entworfenen Wohnungen enthielten eingebaute Sanitäranlagen, es gab für die Arbeiter eine medizinische Versorgung und Freizeitangebote.

Da es damals technisch noch nicht möglich war, Strom über lange Strecken zu transportieren, erforderte der industrielle Ausbauplan von Eyde, dass der neue Industriestandort in der Nähe der Quellen für die Stromerzeugung platziert wurde, also im Tal des Rjukan-Wasserfalls. Dorthin gelangte aber im Winter keine Sonne. Aber statt die dunklen Wintermonate als naturgegeben hinzunehmen, versuchte Eyde für seine Arbeiter einen Weg zu finden, das Naturgesetz zu umgehen – damals entstand die gigantische Idee eines Sonnenspiegels.

Letztendlich war es aber eine realistischere Alternative, eine Drahtseilbahn zu bauen, mit der Arbeiter und Einwohner hinauf ins Sonnenlicht gelangen konnten, statt einen Sonnenspiegel zu errichten, der das Licht ins Tal lenkte. Die Krossobahn mit der Talstation Rjukan und der Bergstation Gvepseborg war ein Geschenk von Norsk Hydro, erbaut wurde sie 1928 von Adolf Bleichert & Co. aus Leipzig-Gohlis. Es war die erste Drahtseilbahn in Skandinavien.

Dank einer lokalen Initiative und der Unterstützung durch die Gemeinde Tinn konnte die Idee mit dem Sonnenspiegel nun letztlich doch noch verwirklicht werden. Eyde wäre stolz gewesen. Heute ist Hydro stolz, an dieser Idee teilhaben zu können, die man wirklich als genial beschreiben kann. Sie beleuchtet auch die Zielsetzung von Hydro für die nächsten hundert Jahre in der Aluminiumbranche. Aluminium ist das Metall der Zukunft.

SPONSORVEREINBARUNG: Die Sponsorvereinbarung für das Sonnenspiegel-Projekt in Rjukan wurde am Dienstagmorgen in der Konzernzentrale von Hydro unterzeichnet. Links der Bürgermeister der Gemeinde Tinn Steinar Bergsland und rechts der Konzernchef von Hydro Svein Richard Brandtzæg. (Foto: Øyvind Breivik)