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Elektroauto-Karosserien dank Aluminium leichter als 200 kg

Elektromobile können Gewichtsprobleme bei der Fahrzeugkarosserie mit Aluminium lösen. Ein entsprechendes Leichtbaukonzept hat Hydro mit dem fka-Institut entwickelt; es mindert das Gewicht der Karosserie auf weniger als 200 Kilogramm.

Alle Automobile müssen Gewicht verlieren, um ihren Energieaufwand für die Fortbewegung – und entsprechende Emissionen – sicher und zuverlässig zu reduzieren. Insbesondere gilt dies für e-Autos aufgrund ihrer schweren Batterie. Das interdisziplinäre Projekt „Light e-Body“ hatte mehrere Wege untersucht, um das Karosseriegewicht unter die 314 kg eines konservativen Konzepts ganz aus Stahl zu bringen. Die Projektpartner einigten sich auf ein Multi-Material-Konzept, das eine 248 kg schwere Karosserie ergibt.

Hydro und fka gingen einen Schritt weiter: Sie entwickelten eine Voll-Aluminium-Karosserie, die in Sicherheit und Steifigkeit den anderen Konzepten gleichrangig bleibt, deren Gewicht jedoch nur noch 199 kg beträgt.

Noch leichter durch Alu-Hauben und Türen 

Potenzial für weitere Gewichtsabnahmen beim E-Auto bietet Aluminium als Werkstoff auch für Türen, Haube und Heck, was nochmals 37,5 kg einsparen würde. Zusätzliche, sekundäre Gewichtseinsparungen sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Die von Hydro und fka entwickelte E-Auto-Karosserie ganz aus Aluminium bietet eine dem Multi-Material-Konzept vergleichbare Leistung in der Crash-Simulation. Sie eignet sich gut für die Großserienproduktion und ist zu einem vernünftigen Preis darstellbar, denn das Material dafür gibt es aus vorhandenen Technologien und Produktionsanlagen.

„Wir sind begeistert, dass unsere Voll-Aluminium-Karosserie deutlich mehr Gewicht einspart als das Multi-Material-Konzept des offiziellen Projekts »Light e-Body«. Es vermittelt eine wunderbare Nachricht an E-Fahrzeughersteller: Effiziente, Energie sparende Automobile lassen sich mit Leichtmetall nach heutigem Stand der Technik bauen und auch vollständig recyceln“, sagt Eike Brünger, neuer Leiter des Produktbereichs Automobil bei Hydro.

„Die Zusammenarbeit mit den Fachleuten von ika/fka E war absolut großartig“, sagt Henk-Jan Brinkman, Programmleiter Automotive im Forschungs- und Entwicklungszentrum von Hydro in Bonn. Diese Teamarbeit folgte auf das 2014 vorgelegte Ergebnis des offiziellen Projekts „Light e-Body“, das auch vom Bundesministerium für Bildung und Forschung teilfinanziert war und von 15 Partnern aus Automobil- und Zulieferindustrie sowie Hochschulen betrieben worden war.

Hydro zählt zu den führenden Anbietern von Aluminiumbändern und –blechen für den Automobilbau und steigert zurzeit die Kapazität für leichte Karosseriebleche auf 200.000 Tonnen pro Jahr durch den Bau einer neuen, hochmodernen Fertigungsgroßanlage am Standort Grevenbroich, mit einem Investitionsvolumen von 130 Millionen Euro. Erste Produkte fertigt und liefert die neue Anlage noch 2016.

Die fka GmbH ist ein Spin-off und Partner des renommierten ika-Instituts. Es gehört mit rund 450 Experten zu den führenden Instituten für die Automobilforschung und ist Teil der RWTH Aachen.

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