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Aluminiumwerk Hamburg: 1. Spatenstich vor 50 Jahren

Mit Spatenstich und Startschuss wurde am 22. September 1970 der Aluminiumstandort Hamburg begründet. Heute holten die Werkleiter Jan Peterlic (Hydro) und Jörg Prepeneit (Trimet) nochmal den historischen Spaten raus und sagten Dankeschön.

Das ambitionierte Projekt gab dem Industriestandort Hamburg einen kräftigen Impuls und überstand in den vergangenen Jahren mehrere Krisen.

Vier Männer vor einem Banner, das Hydro Hamburg feiert

Die Hamburger Werkleiter Jan Peterlic (Hydro) und Jörg Prepeneit (Trimet) holten nochmal den historischen Spaten raus und gaben mit den Betriebsräten Michael Ecker (Hydro, vorn) und Bernd Siemon (Trimet) am Werkeingang Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch ein Dankeschön zum Mitnehmen. (Foto: Trimet)

 

In der Aluminiumhütte und im Walzwerk mit angeschlossener Recyclinganlage und Gießerei arbeiten rund 1.100 Menschen. Sie versorgen Automobilindustrie, Verpackungshersteller und Anlagenbauer jährlich mit rund 150.000 Tonnen Aluminium. Mit der Anpassung an die Stromversorgung aus regenerativen Energien setzt das Hamburger Aluminiumwerk heute ein Zeichen für die Zukunftsfähigkeit der heimischen Industrieproduktion.

Verheißungsvoller Beginn

Am 22. September 1970 wurde der Baubeginn für die Aluminiumhütte und das Walzwerk der Reynolds Metal Company gefeiert. Nach drei Jahren Bauzeit nahm das Werk die Arbeit auf. Das US-amerikanische Unternehmen, damals der weltweit drittgrößte Aluminiumproduzent, errichtete damit einen Standort in einer boomenden Region.

Gleichzeitig gingen in Stade ein großes Kraftwerk und eine Tonerdefabrik in Betrieb. Das sicherte die Versorgung mit Strom und Aluminiumoxid, den wichtigsten Rohstoffen für die Aluminiumherstellung. Hinzu kam die gute Infrastruktur in Hamburg mit dem gerade fertiggestellten Elbtunnel.

Heute betreibt die Trimet Aluminium SE die Aluminiumhütte, die jährlich rund 135.000 Tonnen Aluminium produziert. Der größte Teil davon versorgt das von Norsk Hydro betriebene Walzwerk mit angeschlossener Gießerei, wo das Leichtmetall weiterverarbeitet und für die industrielle Fertigung aufbereitet wird.

Mitarbeiter meisterten Krisen

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Unternehmen sind stolz auf ihr Aluminiumwerk. „Die gemeinsame Geschichte ist eine starke Basis, die wir auch im Arbeitsalltag spüren. Zusammen sorgen wir dafür, diesen Standort zukunftsfähig zu machen“, sagt Hydro-Werkleiter Jan Peterlic.

In der Belegschaft der Trimet ist noch immer die Aufbauarbeit nach der zwischenzeitlichen Stilllegung der Aluminiumhütte lebendig. „Viele Kolleginnen und Kollegen haben vor 13 Jahren mit eigenen Händen die kalten Öfen wieder instand gesetzt und hochgefahren. Da entstand ein besonderes Wir-Gefühl, das prägt uns bis heute“, sagt Trimet-Werksleiter Dr. Jörg Prepeneit.

Nachdem der Standort bereits in der 1970er-Jahren durch die Ölkrise in Schwierigkeiten gekommen und von neuen Gesellschaftern übernommen worden war, geriet zu Anfang des Jahrtausends insbesondere die Aluminiumhütte in die Krise. Steigende Strompreise machten die energieintensive Aluminiumproduktion im internationalen Vergleich immer weniger rentabel. 2005 legten die damaligen Eigner die Hütte still, mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verloren ihre Arbeit. Ende 2006 übernahm das Essener Familienunternehmen Trimet die Aluminiumhütte, holte die Belegschaft zurück und nahm die Elektrolyseöfen wieder in Betrieb.

Seitdem investieren die Betreiber kontinuierlich in die technische Modernisierung der Produktionsanlagen und ihre Ausrichtung auf Ressourcenschonung und Klimaschutz.

Zukunftsstark

Hydro baute 2008 in der Gießerei einen zusätzlichen Recycling-Schmelzofen. Aus Getränkedosen, Nummernschildern, Produktionsresten und anderen Produkten werden hier jährlich bis zu 50.000 Tonnen Recyclingaluminium hergestellt.

Die Aluminiumhütte unterstützt den Umbau der Energieversorgung auf erneuerbare Energien. In einem Pilotprojekt testet Trimet derzeit ein Verfahren, bei dem die Elekrolyseöfen sich an schwankende Strommengen aus Wind- und Sonnenkraftanlagen anpassen. Die drei Windkraftanlagen auf dem Gelände des Aluminiumwerks sind deshalb auch ein Zeichen, dass in Hamburg-Altenwerder die Zukunft des Industriestandorts mitgestaltet wird.