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Stories by Hydro

– Das Material gibt den Weg vor!

Dem Designer Daniel Liden ist es wichtig, dass wir an Materialien nicht gewohnheitsmäßig herangehen. Stattdessen sollten wir uns vom Material den Weg zu einem neuen, nachhaltigen Design zeigen lassen.

Bei vielen Unternehmen sind die Designstudios in zwei Teams aufgeteilt: Das Team für Industriedesign legt die Form und die physikalische Gestaltung eines Produkts fest, das „CMF“-Team ist dagegen für Farbe, Materialien und Oberflächen zuständig. Dabei ist das Grundkonzept, dass diese Teams nahtlos zusammenarbeiten.

Daniel Liden
Den Weg zeigen: Daniel Liden, Leitender Designer bei Chris Lefteri Design glaubt, dass wir vom Material ausgehen sollten.

„Ich habe ein grundsätzliches Problem mit dieser Arbeitsweise“, erklärt Daniel Liden, Leitender Designer bei Chris Lefteri Design.

„In der Praxis besteht meiner Meinung nach ein sehr hohes Risiko, dass die Materialien Nebensache werden, so eine Art Malen nach Zahlen, wo Farben, Materialien und Oberflächen auf Formen angewendet werden, die bereits festgelegt sind, ohne dass die Materialien auf einer tieferen Ebene berücksichtigt wurden. Ich würde Materialien und Prozesse viel lieber bereits in einer früheren Phase einbeziehen, um wirklich den Versuch zu unternehmen, ihre Eigenschaften und ihr kreatives Potenzial zu verstehen.“

Dementsprechend sehen die Designer bei Chris Lefteri Design sich selbst als „materialgesteuertes“ Designstudio. Daniel und seine Kollegen, deren jüngste Arbeiten Projekte im Bereich Nachhaltigkeit für Google, Logitech und die finnische Smartwatch-Marke Suunto einschließen, möchten die Kluft zwischen den Materialbranchen und der Design-Community überwinden. Das Studio ist vor allem in der Unterhaltungselektronik, der Automobil- und Lebensmittelbranche tätig.

„Wir versuchen, den herkömmlichen Designprozess auf den Kopf zu stellen und bei den Materialien anzufangen. Worin liegen die Stärken und Schwächen der Materialien? Wie können wir ein bestimmtes Material verwenden, um schöne Produkterlebnisse zu gestalten? In diesem Zusammenhang ist Nachhaltigkeit von zentraler Bedeutung“, erklärt Daniel.

„Ich persönlich würde es sehr schwierig finden, Produkte „schön“ oder „benutzerfreundlich“ zu nennen, wenn sie extrem negative Auswirkungen auf die Umwelt haben.“

Aluminiumprofile durchschneiden
Nachhaltiges bauen: „Als Außenstehender ist es wirklich interessant zu sehen, was sich in der Architektur und im Bauwesen in Sachen Nachhaltigkeit zurzeit tut.“

Recycling gewinnt zunehmend an Bedeutung

Ein Design, das auf Recycling ausgelegt ist, und Materialien mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck werden immer wichtiger, wenn man im Bereich Produktdesign tätig ist.

„Wir beobachten, dass die Automobilindustrie im Design und bei Plattformkonzepten verstärkt einen modularen Ansatz verfolgt, um die Fertigung effizienter zu gestalten und die Wartung und Demontage von Autos zu erleichtern.“

Daniel meint, dass auch die Baubranche ein Schlüssel zu einer nachhaltigeren Zukunft ist.

„Als Außenstehender ist es wirklich interessant zu sehen, was sich in der Architektur und im Bauwesen in Sachen Nachhaltigkeit zurzeit tut. In gewisser Weise sind einige der „neuen“ Konzepte, die als Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung angesehen werden, im Bauwesen bereits fest verankert. Ich meine, was ist modularer als ein Ziegelstein?“, fragt Daniel rhetorisch.

„Ein Projekt, das ich liebe, ist Upcycle Studios, eine kürzlich fertiggestellte Wohnsiedlung in Kopenhagen, die von der ortsansässigen Lendager Group geplant wurde“, fügt er begeistert hinzu.

Es wurden Betonabfälle aus der Umgebung bezogen, die vor Ort mit einer mobilen Betonrecyclingstation zerkleinert und neu gegossen wurden.

Laut Daniel ist es im Produktdesign eher selten, dass Kreislaufwirtschaft, lokale Ressourcen und Recycling so umfassend einbezogen werden.

„Eine Ausnahme, die mir einfällt, ist der niederländische Designer Richard Hutten. Er wurde beauftragt, alle 27.000 Sitzplätze am Flughafen Schiphol durch ein neues Design zu ersetzen, das auf recyceltem Aluminium von den bisherigen Sitzplätzen am Flughafen basiert.“

Hutten zeigt, wie die unendliche Recyclingfähigkeit Aluminium zu einem Material der Zukunft macht.

„Für mich gibt es einen Bereich, in dem die Baubranche wirklich von der Produktgestaltung lernen kann: Materialien wirklich auf den Grund zu gehen, fast bis auf molekulare Ebene. Derzeit findet eine leidenschaftliche und komplexe Debatte über die Verwendung von Kunststoffen statt. Die jeweiligen Vor- und Nachteile von recycelten Materialien im Vergleich zu Materialien auf Biobasis werden beispielsweise sehr genau erforscht und untersucht. Ich bin mir nicht sicher, ob derzeit die gleiche Aufmerksamkeit auf die Beschaffung von Baustoffen verwendet wird.“

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Die Welle

Als Plastik überall auftauchte, auch im Darm von Walen, fing die Welt endlich an, das Problem ernst zu nehmen. Politiker, Forscher und Hersteller sahen die Notwendigkeit, den Einsatz von Plastik als Material in allen erdenklichen Produkten – von Kosmetik bis Autos – zu überdenken.

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe weiterer Materialien, die nach und nach geprüft werden. Mit Materiallösungen können die Umweltstandards von morgen durch das Design erfüllt werden. Um dies zu erreichen, müssen Designer wie Daniel bessere Weisen des Materialeinsatzes finden. Das geht nicht über Nacht.

„Wenn wir in manchen Fällen nach nachhaltigen Alternativen suchen, sind die Materialien, die wir verwenden möchten, vielleicht nicht in der gewohnten Form verfügbar“, erklärt Daniel.

Dies ist eine Herausforderung, für die er eine Lösung finden möchte.

„Aus Nachhaltigkeitsperspektive kann es durchaus sinnvoll sein, beispielsweise Aluminium anstelle von gegossenem Kunststoff einzusetzen. Aber der Übergang vom Kunststoff-Spritzguss zum Umformen von Aluminiumblechen, Extrusion oder einem ganz anderen Prozess ist unter Umständen eine echte Design-Herausforderung. Je früher der Gedanke an Nachhaltigkeit und neue Materialien in den kreativen Prozess einbezogen wird, desto leichter wird es letztlich sein, diese Übergänge zu verwirklichen“, erklärt er.

Daniel wünscht sich einen Austausch von Materialwissen in der Branche, der kritischer hinterfragt.

„Ich würde mir wünschen, dass viel mehr mit nachhaltigen Materialien experimentiert wird. Die größte Wirkung wird dadurch erzielt, dass derzeit gängige Verfahren für die Herstellung von Produkten, auf die wir tendenziell zurückgreifen, auf den Prüfstand gestellt werden“, erklärt Daniel.

Hand hält Stift über gezeichneten Illustrationen
Beispiel: Aluminium ist stark, flexibel und leicht. Es ist auf unendlich viele Weisen formbar. Abgebildet: Der Designprozess für Tom Dixons Aluminiumstuhl aus dem Jahr 2019.

In die Tiefe gehen

Bei Chris Lefteri Design empfehlen Daniel und sein übriges Designerteam sorgfältig ausgewählte Materialien und Verarbeitungstechniken, die die Kunden bei Innovationen in ihrem Bereich unterstützen. Wie sehen sie die Zukunft in der Welt der Materialien?

„Tiefer zu gehen und sich wirklich um eine gute Zusammenarbeit mit den Lieferanten zu bemühen und die Nachhaltigkeitsdebatte zu verstehen. Letztlich fühle ich mich als Designer verpflichtet, Entscheidungen, die ich über Materialien und Prozesse treffe, erklären und begründen zu können. Offene und transparente Lieferanten wie Hydro sind in diesem Zusammenhang unglaublich wertvolle Partner, um Wege zu einem nachhaltigeren und kreativeren Design zu finden.“

In diesem Sinne wünscht sich Daniel, dass wir alle, Designer, Konstrukteure und Architekten, ein Verfahren initiieren, das von den Materialien ausgeht. Außerdem sollten die Verbraucher und die Zukunft unseres Planeten der Ausgangspunkt sein.

Gegen Ende unseres Gesprächs erzählt Daniel ein Beispiel zur Inspiration:

„Zufällig sah ich, dass Tom Dixon in Zusammenarbeit mit Hydro einen Aluminiumstuhl für die Mailänder Möbelmesse 2019 entworfen hatte. Für mich ist Tom Dixon ein großartiges Beispiel für einen Designer, der sich über die Trennung von Disziplinen wie Industriedesign/CMF hinwegsetzt, wie ich es am Anfang unseres Gesprächs erwähnt habe. Ich habe den Eindruck, er geht immer vom Material aus. Er schaut, wohin ihn das Material durch kreatives Experimentieren führt.“

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Hydro glaubt fest an eine nachhaltige Zukunft. In dieser Artikelreihe sprechen wir mit Branchenführern und Fachleuten. Wir vertiefen uns in das Thema „Nachhaltiges Bauen“ und in die Frage, wie wir die Baubranche in der Zukunft durch technologische Innovation gestalten können.

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