Unsere Geschichte

  • Die Vereinigte Aluminium-Werke AG (VAW) wird am 21. April 1917 in Berlin gegründet. Ziel ist es, Deutschland durch eine eigene Aluminiumindustrie von Importen unabhängig zu machen. Im dritten Jahr des Ersten Weltkriegs wird das Leichtmetall unter anderem für Zünder, Feldgeschirre und Flugzeugteile dringend gebraucht. Im rheinischen Grevenbroich sind die Bauarbeiten für das "Erftwerk" (Bild) 1917 bereits im Gang.

  • In der Weimarer Republik beginnt VAW zusammen mit Partnern mit der Verarbeitung von Aluminium: Ab 1922 walzt die Rheinische Blattmetall AG (Rebag) in Grevenbroich Alufolie, heute ist der Standort das Herzstück von Hydros Walzsparte "Rolled Products". Die 1927 gegründeten Vereinigten Leichtmetall-Werke (VLW) entwickeln Aluminiumlegierungen für die Luftfahrt. Das Aluminium für die Produkte liefern mittlerweile drei VAW-Hütten: das "Erftwerk" in Grevenbroich, das "Lautawerk" in der Lausitz und das "Innwerk" im bayerischen Töging.

  • Im Jahr 1923 bündelt das Deutsche Reich seinen gesamten Industriebesitz in der Vereinigte Industrie-Unternehmungen Aktiengesellschaft (VIAG). Dem Zusammenschluss gehören neben den VAW-Aluminiumhütten auch mehrere Kraftwerke an. Die Verbindung von Aluminium und Elektrizität bietet gute Voraussetzungen für die Entwicklung der Aluminiumindustrie. Innerhalb weniger Jahre wird Deutschland zum größten Aluminiumproduzenten in Europa.

  • Die Nationalsozialisten bringen die Aluminiumindustrie ab 1933 unter ihre Kontrolle. Jüdische Führungskräfte von VAW und VIAG verlieren ihre Posten, die jüdischen Anteilseigner des Folienwerks Rebag müssen ihren Anteil unter Wert an VAW verkaufen. Aluminium ist wichtig für die Wirtschaftsplanung des NS-Regimes: Das "Deutsche Metall" wird für die Rüstung und für Gebrauchsgegenstände verwendet. VAW erweitert die Kapazitäten unter anderem mit der Errichtung des "Lippewerks" im westfälischen Lünen.

  • Nach der Besetzung Norwegens beginnen die Deutschen dort mit dem Ausbau der Aluminiumindustrie. Sie planen ein riesiges Industrie-Imperium mit Kraftwerken, Hütten und Tonerdewerken. Dazu gründen sie eigene Gesellschaften: die Nordische Aluminium AG (Nordag) und die Nordisk Lettmetall – ein Joint Venture von Nordag, dem Konzern IG Farben und dem norwegischen Unternehmen Hydro. Am Hydro-Standort in Herøya beginnt der Bau eines großen Aluminiumwerks. Auf der norwegischen Baustelle arbeiten ebenso Zwangsarbeiter wie in den VAW-Werken im In- und Ausland.

  • Mit der deutschen Kapitulation im Mai 1945 verliert VAW nicht nur die Rüstungsindustrie als wichtigsten Abnehmer, sondern auch einen Großteil der Produktion. Standorte im Ausland gehen verloren, in der sowjetischen Besatzungszone wird das „Lautawerk“ enteignet und demontiert. Auch in den verbleibenden Werken stehen die Elektrolyseöfen still, denn die Alliierten verbieten zunächst jede rüstungsrelevante Produktion.

  • 1951 geben die Alliierten die Aluminiumproduktion wieder frei. Im selben Jahr wird auch der rechtliche Status von VAW geklärt: Der Mutterkonzern VIAG mit seinen Sparten Elektrizität, Aluminium und Stickstoff bleibt erhalten und geht in das Eigentum des westdeutschen Staates über. Die VIAG-Tochter VAW ist damit ebenfalls ganz in staatlicher Hand.

  • 1964 gründet VAW in Bonn das Leichtmetall-Forschungsinstitut (LFI) und fasst die Forschungsaktivitäten von VAW und VLW zusammen. Gemeinsam entwickeln Wissenschaftler Anwendungen und Prozesse, sie verbessern Verfahren und Produkte. Heute ist Bonn der größte Standort von Hydros internationaler Konzernforschung und die führende Forschungsstätte der Aluminiumindustrie in Deutschland.

  • Mit dem Bau eines Warmwalzwerks in Neuss-Norf stellt VAW 1965 gemeinsam mit dem kanadischen Partner Alcan Weichen für die Zukunft. Alunorf ist bis heute das größte Warmwalzwerk in Europa und liefert das Vormaterial für die Herstellung von Coils für verschiedene Produktbereiche in Grevenbroich. Walzprodukte werden allmählich zu einem Schwerpunkt in der VAW-Produktion.

  • 1975 kauft die Stadt Hamburg die Aluminiumhütte des Reynolds Konzerns und rettet damit viele Arbeitsplätze. VAW übernimmt die Leitung und ein Drittel der Anteile. Das „Elbewerk“ gehört heute nicht mehr zu Hydro, wohl aber – seit 1998 – die benachbarte Anlage zum Warm- und Kaltwalzen von Aluminium. Das Hamburger Walzwerk ist ein Standort von Hydro Aluminium „Rolled Products“.

  • Mit den „Serien“ 1 und 2 wird das Werk Grevenbroich und speziell der Folienbereich in den 1970er und 1980er Jahren massiv ausgebaut. Zum Schwerpunkt in der Verarbeitung entwickelt sich zudem ab 1985 eine Produktionslinie, die Aluminium für Offset-Druckplatten herstellt. Das Geschäftsfeld ist äußerst erfolgreich, bis heute ist Hydro Weltmarktführer bei Aluminium für die lithographische Industrie.

  • Der norwegische Konzern Hydro übernimmt VAW 2002. Es entsteht damit bei Hydro eine starke Aluminium-Sparte unter dem Namen "Hydro Aluminium" – der größte europäische Aluminiumkonzern. Mit dem Kauf beginnt ein Integrationsprozess, der die Unternehmenskulturen des ehemaligen deutschen Staatskonzerns VAW und des konsensorientierten Unternehmens Hydro in Einklang bringt. Die Zentrale des Deutschland-Geschäfts und später Rolled Products zieht nach Köln um. Rolled Products geht 2009 nach Grevenbroich.

  • In Neuss geht Hydros Recycling-Anlage für gebrauchte Getränkedosen (UBC) in Betrieb. Bis zu 50.000 Tonnen Aluminiumdosen kann die neue Anlage im Jahr wiederverwerten. Hydro hat 45 Millionen Euro investiert, um einen geschlossenen Recycling-Kreislauf zu ermöglichen. Der Konzern setzt auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit – und zwar durchgängig, von der eingesetzten Energie bis zum Produkt.

  • Mit der neuen „Automobillinie 3“ steigert Hydro die Jahreskapazität für Automotive-Aluminium auf 200.000 Tonnen. Dafür investiert das Unternehmen in Grevenbroich 130 Millionen Euro – die höchste Investition des Konzerns in Deutschland bis dato. Die Eröffnung ist für Anfang Mai 2017 geplant. Insgesamt hat Hydro in Deutschland damit seit 2002 rund eine Milliarde Euro investiert.

    Mit der vollständigen Übernahme des Extrusionsgiganten Sapa, der von 2013 bis 2017 schon zur Hälfte Eigentum von Hydro war, hat das Unternehmen einen weiteren Schritt auf dem Weg an die Spitze der globalen Aluminiumindustrie genommen. Besser. Größer. Grüner. Mehr als 35 000 Mitarbeitende. 100 % Aluminium.


Aktualisiert am: 4. April 2017