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Testzentrum eingeweiht - Plädoyer für nachhaltiges Bauen

Am heutigen Dienstag eröffnete der Aluminiumkonzern Hydro die größte und modernste Prüfstätte für Gebäudefassaden in Europa. Das WICONA-Testzentrum in Bellenberg bei Ulm konfrontiert bis zu 10 Meter hohe Fassadenelemente mit simulierten Schlagregen und Orkanwinden.

Hydro-Konzernchef Svein Richard Brandtzæg hob hervor, dass das Testzentrum durch Passivhausfassade und Sonnenkraftnutzung mehr Energie erzeuge, als es selber benötige. "Unser Ziel ist, noch viel mehr solcher Lösungen in neuen und renovierten Gebäuden mit zu verwirklichen. Nachhaltiges Bauen nützt der Umwelt, dem Geschäft und den Bewohnern", sagte Brandtzæg.

Gebäude verbrauchen rund 40 Prozent der Energie in Europa, vor allem für Heizung und Kühlung. Darum wollen die Europäische Union und einige Länder den Energiebedarf von Gebäuden drastisch reduzieren, damit Ressourcen sparen und CO2-Emissionen mindern.

Zur Einweihung sprachen Experten aus EU-Kommission, Vereinten Nationen, Wirtschaft, Forschung und Umweltorganisationen vor einem international besetzten Plenum. Dabei rügte Professor Samuele Furfari vom Energie-Direktorat (DG TREN) der EU-Kommission auch eine übertriebene Förderung der Photovoltaik: "Wenn wir unsere Häuser dämmen, tun wir viel für das Klima und sparen dabei noch Geld für eigentlich überflüssigen Energieverbrauch. Für Sonnenstrom oder auch Biodiesel dagegen zahlen wir deutlich mehr."

Dr. Arab Houballah vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen betonte, es brauche "Knuten, Karrotten und Tambourins", um das große Projekt eines umweltfreundlichen, nachhaltigen Bauens zu stemmen: strikte Regeln, gute Anreize und überzeugende Werbung.

Hydro, Europas größter Aluminiumkonzern, zählt zu den international führenden Anbietern von Bausystemen, in Deutschland vor allem bekannt durch seine Marke WICONA, deren Entwickler in Ulm wirken und ihre Lösungen für Metallbauer, Architekten und Bauherren in alle Welt exportieren.

Im Testzentrum in Bellenberg bei Ulm ein werden bis zu zehn Meter hohe Elemente getestet, ob sie dichthalten gegen extremen Schlagregen und standhalten gegen Orkanwinde, die die Teststände simulieren.

Das Zentrum selbst hat durch eine Passivhausfassade einen Energiebedarf von weniger als 40kWh/m² im Jahr (Neubauten heute zumeist mehr als 100 kWh/m²) und erzeugt sogar mehr Strom, als es benötigt, durch die große 40-KW-Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Fassadenteile des Zentrums bringen erstmals das technisch avancierteste WICONA-System, "TEmotion" , zur Anwendung: autarke Fassadenteile, die alle Heizung, Kühlung, Verschattung, Innenbeleuchtung und Ventilation integriert regeln.