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    Legierungen 1050 und 1070

    Die Aluminiumlegierungen 1050 und 1070 gehören zum reinsten Bereich der Aluminiumsorten. Beide enthalten nur wenige Legierungselemente, wobei 1050 mindestens 99,5 % und 1070 mindestens 99,7 % Aluminium enthält. Dieser geringe Unterschied im Reinheitsgrad ist entscheidend für die Unterscheidung der beiden Sorten und spielt vor allem in Anwendungen eine Rolle, bei denen die elektrische oder thermische Leitfähigkeit ausschlaggebend ist.

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    Die Wahl zwischen 1050 und 1070 und wann man sich für etwas anderes entscheiden sollte

    Der Hauptgrund für die Wahl einer der beiden Legierungen ist fast immer ihre Reinheit. Beide bieten eine der höchsten elektrischen und thermischen Leitfähigkeiten, die man bei stranggepressten Aluminiumlegierungen findet, und sind daher die ideale Wahl für Leiterprofile, Transformatorenkomponenten und Wärmeübertragungsanwendungen. Die hohe Reinheit sorgt zudem für ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit, insbesondere in Umgebungen, in denen andere Legierungen unvorhersehbar reagieren – chemische Prozesse sind hierfür das bekannteste Beispiel. Und für reflektierende Anwendungen ist die Oberflächenqualität, die mit einem hohen Aluminiumgehalt erzielt wird, mit einem stärker legierten Material nur schwer zu erreichen.

    Bei der Wahl zwischen 1050 und 1070 bietet 1070 aufgrund seiner höheren Reinheit eine geringfügig bessere elektrische Leitfähigkeit. Wenn es bei Ihrer Anwendung auf jedes noch so kleine Prozent an Leitfähigkeit ankommt, sollten Sie 1070 in Betracht ziehen. Für die meisten Anwendungen, darunter die meisten Wärmeübertragungs- und allgemeinen Elektroarbeiten, ist 1050 die gängigere und bewährte Option.

    Andere Legierungen werden für Strukturbauteile empfohlen. Die Festigkeit ist sehr gering und kann durch Wärmebehandlung nicht verbessert werden (beide Werkstoffe sind nicht wärmebehandelbar); die Festigkeit wird ausschließlich durch Anlassen und Kaltverformung bestimmt.

     

    Typische Anwendungen

    Elektrische Leiter und Transformatorenbauteile

    Die hohe elektrische Leitfähigkeit von 1050 und 1070 macht sie zu einigen der wenigen Aluminiumlegierungen, die sich wirklich für Leiterprofile und Transformatoranwendungen eignen. 1070 bietet dort einen leichten Vorteil, wo die Leitfähigkeit das primäre Auslegungskriterium ist.

    Beispiele: Sammelschienen, Wickelbänder, Schaltanlagenkomponenten

    Wärmeübertragung und Thermomanagement

    Hohe Wärmeleitfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit machen beide Legierungen besonders geeignet für Profile, die unter anspruchsvollen Bedingungen Wärme transportieren oder ableiten.

    Beispiele: Kühlkörperprofile, Komponenten für die Fahrzeugkühlung, Wärmetauscherelemente für HVACR-Systeme

    Anlagen der chemischen Verfahrenstechnik

    Die hohe Aluminiumreinheit sorgt für eine ausgezeichnete Beständigkeit gegenüber korrosiven Medien und ist häufig der entscheidende Faktor in der chemischen und prozesstechnischen Industrie.

    Beispiele: Lagertanks, Rohrleitungen, Handhabungsgeräte für Säuren und Lösungsmittel

    Reflektierende Oberflächen

    Die Kombination aus hoher Reinheit und sehr guter Oberflächenqualität verleiht beiden Legierungen hervorragende Reflexionseigenschaften, die stärker legierte Alternativen in der Regel nicht erreichen.

    Beispiele: Lichtreflektoren, Solarreflektoren

    Häufig gestellte Fragen zu den Legierungen 1050 und 1070

    Der wichtigste Unterschied liegt in der Reinheit. 1050 enthält mindestens 99,5 % Aluminium, während 1070 mindestens 99,7 % Aluminium enthält. Die höhere Reinheit von 1070 verleiht dieser Legierung eine geringfügig bessere elektrische und thermische Leitfähigkeit.

    Nein. Beide Legierungen sind nicht aushärtbar. Die Festigkeit wird durch den Zustand (Temper) und die Kaltverfestigung bestimmt und nicht durch Alterung oder Wärmebehandlung.

    Sie werden am häufigsten in stranggepressten Profilen für elektrische Anwendungen eingesetzt, zum Beispiel für Sammelschienen, Leiterprofile und Schaltanlagenkomponenten. Darüber hinaus kommen sie in Anwendungen der Wärmeübertragung, der chemischen Verfahrenstechnik sowie bei reflektierenden Anwendungen zum Einsatz, bei denen hohe Reinheit die wichtigste Anforderung ist.

    Ja, jedoch unterscheidet sich das Ergebnis von dem einer 6xxx‑Legierung. Die hohe Aluminiumreinheit führt zu einer klareren und transparenteren anodisierten Schicht. Dies ist für bestimmte Anwendungen vorteilhaft, kann jedoch ungeeignet sein, wenn eine gleichmäßige, opake Oberfläche erforderlich ist.